02.2017 | Sallys Welt und Murat - Kevin Springmann

Sallys Welt und Murat auf der HaBiFo-Tagung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

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Heimspiel!

An der zweitägigen HaBiFo-Tagung, die jährlich an einem anderen Ort stattfindet, durfte ich dieses Jahr mithelfen, weil sie an meiner eigenen Hochschule in Karlsruhe stattgefunden hat! Die Tagung hatte den Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten des Konsums in der digitalen Welt und deren Bedeutung für die schulische Ernährungs- und Verbraucherbildung. Es kamen einige Vertreter aus unterschiedlichen Institutionen und hielten sehr interessante und vor allem für den Lehrerberuf nützliche Vorträge zum Thema. Neueste Forschungen wurden aufgezeigt und der Fokus lag stark auf den Möglichkeiten der Digitalisierung. Als abrundenden Abschluss des ersten Tages hatte meine Dozentin und eine der drei Mitorganisatorinnen der diesjährigen Tagung Frau Prof. Dr. Silke Bartsch eine ehemalige Studentin von ihr gewinnen können - Saliha Özcan, die einigen wohl besser unter dem Namen "Sally" und ihrem Blog "Sallys Welt" bekannt sein dürfte.

Ich berichte mal etwas eher aus meiner persönlichen Sicht:

Ich wurde beauftragt mich an dem Tag um die technischen Angelegenheiten zu kümmern und zu schauen, dass die Vorträge der jeweiligen Referenten gut ablaufen und alle Präsentationen möglichst reibungslos funktionieren. Außerdem sollte ich die Tagung fotografisch begleiten. Angefangen hat der Tag mit einer wirklichen Schrecksekunde: ich hatte mir fünf Wecker gestellt, um ja nicht zu verschlafen und bin morgens um 6:00 Uhr mit Bus und Bahn von mir zu Hause in Achern in Richtung Karlsruhe losgefahren. Im Zug ungefähr auf Höhe Baden-Baden fiel mir dann plötzlich auf, dass ich den zweiten Akku und das Ladegerät von meiner Kamera vergessen hatte! Mir lief es kalt den Rücken herunter, Zeit war keine mehr, ich hatte hauptsächlich die Aufgabe Bilder zu machen und die Tagung geht geplant 8 Stunden, da wird ein Akku wohl kaum ausreichen. Ich habe überlegt, mir Szenarien ausgemalt und mir kam ein Geistesblitz! Jodel! Ich liebe diese App und wenn ich mir die Erfahrungen anderer "Jodler" anschaue, dann darf ich durchaus Hoffnung haben, dass ich noch ein Ladegerät finde. Die App funktioniert so, dass jemand anonym einen Beitrag posten kann in begrenzter Textform oder als Bild, welcher dann vom persönlichen Standort im Umkreis von 20km den anderen "Jodlern" angezeigt wird. Hauptsächlich sind es witzige Posts, die zur Unterhaltung dienen, aber hin und wieder wird die App ernsthaft genutzt und es werden Aufrufe nach Hilfe gestartet, wie es z. B. meiner dann war. Auf dem Weg zur Pädagogischen Hochschule war ich gespannt, ob sich jemand findet - wenn nicht hätte ich hoffen müssen, dass der Akku hält. Aber es hat sich tatsächlich jemand gemeldet, der ein Ladegerät und zwei Akkus für mich hatte, die er mir ausgeliehen hat für den Tag! Ich war so überglücklich und wusste, dass der Tag nur gut werden kann, wenn das schon funktioniert hat. Nun gut. Die Tagung nahm ihren Lauf, die einzelnen Referenten hielten ihre Vorträge und mittags wurden Workshops zu einzelnen Themen angeboten, in die sich die Teilnehmer der Tagung eintragen konnten. Genau zu dieser Zeit kamen Sally und ihr Ehemann Murat in den Hörsaal der PH, wo ich den Laptop wieder aufstellen sollte, dass die beiden diesen für ihre Präsentation nutzen können.

Und so war dann das erste Treffen zwischen Sally und Murat und mir - ich habe mich auf den Weg zum Hörsaal gemacht und wollte eben die technischen Sachen aufbauen, als ich die beiden gerade mit dem Handy vor dem Gesicht mit der Kamera redend aufgefunden habe. "Macht ihr gerade ein Facebook-Live-Video?" - "Ja wir sind gerade Live auf Facebook, darf ich dich mal kurz zeigen?" ... das ganze erste Treffen gibts also auch zum Nachschauen in Facebook (bei ca. 11:00 kommt unser Aufeinandertreffen) auf ihrer Seite, wo ein kleiner Aufruf Murats zu meinen Gunsten gestartet wurde, obwohl ich ihn zu dem Zeitpunkt gerade mal 10 Sekunden gekannt habe. Genau so schnell hatten die beiden dann auch meine komplette Sympathie und ich habe mich schon da riesig auf den Vortrag gefreut.

Kurz vor Beginn kamen dann immer mehr Teilnehmer in den Raum und hin und wieder kamen Studentinnen zu Sally nach vorne und fragten, ob sie ein Bild mit ihr zusammen machen könnten. Ich wurde mir erst da der Reichweite bewusst, die Sally und Murat mit ihrem Blog haben. Ich war so überrascht, dass ich noch nie zuvor in meinem Leben auch nur ansatzweise etwas von den beiden gehört, gesehen oder mitbekommen habe. Ich kannte die beiden wirklich gar nicht. Ich habe dann auch direkt in Instagram nachgeschaut und deren Account angeschaut und selbst eine kleine Story gepostet und Sally und Murat verlinkt. Nur wenige Minuten später hatte ich vier Nachrichten auf meinem Handy, was ich denn bei Sally und Murat mache und dass ich liebe Grüße ausrichten soll und wie toll der Blog von ihr doch sei. Ich war verstört. Ich bin täglich auf Instagram unterwegs, ich kenne so viele Blogger, Fotografen, aktive Leute und sei es nur vom Namen her, aber die zwei habe ich noch nie gehört. Es war ziemlich witzig für mich, das so unvoreingenommen beobachten zu können!

Der Vortrag dann war sehr informativ. Sie hat ihren Blog erstmal vorgestellt und erklärt, wie alles mit ihrer Karriere angefangen hat und wie es sich entwickelt hat. Sally, die aus dem kleinen Waghäusel ziemlich genau in der Mitte von Mannheim und Karlsruhe kommt, hat ihr allererstes Video, das sie auf YouTube hochgeladen hat vorgespielt (Sallys Nusszopf - Wie backe ich einen Nusszopf?) und einen Beitrag von Galileo gezeigt. Sie macht Koch- und Backvideos und gibt Tipps für den Haushalt. Ihre Hintergrundinfos zu den Videos hat sie auch zu einem großen Teil in ihrem Grundschullehramtsstudium an der PH Karlsruhe gelernt, wie sie sagte. Sie hat mit ihrem wahnsinnig sympathischen Chaot Murat, der den Vortrag zu einer kleinen Comedy-Show gemacht hat, einiges zum Thema Geld verdienen auf YouTube erklärt und mit ihren persönlichen Erfahrungen dargestellt, wie sich so eine Karriere entwickeln kann. Sally hat erklärt, dass sie ihre Videos nie mit dem Ziel bekannt zu werden hochgeladen hat - sie wollte Back- und Kochtipps geben und anderen helfen und sie motivieren. Dass sich das alles so entwickelt hat und sie so groß wurde, kann sie heute selbst kaum glauben. Sie haben erklärt in welcher Verantwortung man mit der öffentlichen Präsenz steht und was man unbedingt beachten muss. Ihr eigentlicher Beruf Grundschullehrerin lässt sich sehr gut mit ihren Videos vereinbaren, weil sie den Bildungsauftrag zwar nicht direkt in einer Klasse ausüben kann, aber ihn in ihren Videos ernst nimmt. Das Paar war für die Teilnehmer so abwechslungsreich und interessant, dass die Fragen quasi gar nicht mehr aufhören wollten. Die Tagung wurde dann offiziell für den Tag beendet, Sally und Murat haben sich bereit erklärt aber noch einige Minuten für die Interessenten Frage und Antwort zu stehen.


Für mich persönlich war das Treffen mit den beiden einfach interessant, weil ich total unvoreingenommen mit ihnen reden konnte. Mir fällt es sonst schwer "normal" mit bekannteren Menschen zu reden, weil mich irgendetwas hemmt und ich dann immer überlege was ich sagen darf, was nicht. Bei den beiden war das von Anfang an gar nicht so und so lernt man die Menschen dann auch auf eine ganz andere Art kennen. Wobei man auch sagen muss, dass beide wirklich sehr sehr bodenständig sind und man sich direkt so fühlt, als sei man ein guter Freund von ihnen. Ich freue mich auch sehr, dass sie mein Bild in Instagram und Facebook gepostet hat, das ehrt mich total! :)


Zu den einzelnen Accounts und Seiten von Sally und Murat geht es hier:

Webseite: www.sallyswelt.de

YouTube: Sallys Welt

Facebook: Sallys Welt

Instagram: sallystortenwelt

Instagram: der_murat_

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